Mittwoch, 28.06.2017. Fuck Society.

13.51 Uhr

Ich liebe dieses graue, regnerische Wetter. Eine Abkühlung der Sommerhitze, alles wird gewaschen, die Blätter, das Gras, die Straßen. Die Schwaden aus Wasserdampf, die aus dem Wald aufsteigen, sehen so geheimnisvoll aus. Herrlich.

Seit zwei Wochen war ich nicht im Training, auch nicht an der Arbeit, es ist ein Wunder, dass ich noch in der Uni auftauche. Es ist mir egal. Alles sinnlos ohne ihn. Keine Nachricht, kein Anruf, keine Mail, nichts. Ich weiß genau, dass nichts kommen wird, aber trotzdem sitze ich hier, lasse mein Leben vorbeiziehen und warte. Auf etwas, dass nicht kommen wird. Das ist so sinnentleert, dass es schon ganz schön Zen ist.

Das tragische ist, dass ich echt… was tun müsste. Wenn ich mich aufraffen könnte, wenn ich wieder anfangen würde, Sport zu machen, dann würde wenigstens wieder Bewegung in die Sache kommen, von nichts kann sich auch nichts ändern. (Die Sache, die sich mein Leben nennt.) Es ist wie verhext. Ein Teufelskreis. Er wäre so einfach zu durchbrechen, es ist nur eine millimetergroße Bewegung und doch schaffe ich sie nicht. Sollte man nicht meinen, oder? Manchmal sind die unsichtbaren Barrieren die stärksten.